GDMB – Hauptversammlung (gleichzeitig Österreichischer Bergmannstag) in Salzburg

Reisezeitraum
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19920520
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19920523

1991 schon einmal in die Aktivitäten der GDMB eingestiegen, wollten meine Frau und ich erstmals eine Hauptversammlung unseres Verbandes erleben. Die Veranstaltung war so konzipiert, dass die österreichische montanistische Vereinigung gleichzeitig ihren Bergmannstag abhielt. Salzburg war daher eine Massenveranstaltung, zählte doch das Teilnehmerverzeichnis (ohne begleitende Damen) nicht weniger als 550 Namen. Wir reisten am 19.5. mit dem eigenen Wagen in Berchtesgaden an und übernachteten dort, um am Morgen des 20.5. an einer Besichtigung des Salzbergwerkes teilzunehmen. Die Salzquellen des Berchtesgadener Landes sollen schon in der Bronzezeit (2.000 – 1.000 v.Chr.) genutzt worden sein. In Berchtesgaden wird seit dem 12. Jh. Salz gefördert (Verleihung des Salz- und Bergregals an das Stift Berchtesgaden vom 13.7.1156).

Das heutige Abbaugebiet des Salzbergwerks umfasst die Salz- und Solegrubenfelder Berchtesgaden und Bad Reichenhall. Eigentümer war 1992 der Freistaat Bayern. Die Lagerstätte hat eine Ausdehnung von 4,5 x 1,5 km und ist stockartig durch 4 Stollensohlen, die erste Tiefbausohle und einen Blindschacht erschlossen. Bis zu einer Teufe von 300 m ist das Salzvorkommen sicher nachgewiesen; die Basis des Salzstockes wird jedoch bei 600 m geschätzt. Es wird der „ nasse Abbau“, also die Herauslösung des in dem Mischgestein in fein verteilter Form vorliegenden Salzes mittels S Süßwasser aus dem Gebirgsverband praktiziert. Das Salz wird in eine konzentrierte Salzlösung (Sole) überführt. Diese Sole gelangt über eine 19 km lange doppelsträngige Rohrleitung zur Saline in Bad Reichenhall, wo sie zu Siedesalz verarbeitet wird. Die jährliche Soleförderung lag damals bei 550.000 qm. In traditioneller Schutzkleidung fuhr unsere 23 Personen umfassende Gruppe mit der Grubenbahn 600 m ein in das Kaiser Franz – Sinkwerk, dann ging es weiter in die Grotte König Ludwig II. Ein Farbfilm informierte uns über die Geschichte des Salzbergwerkes, die Salzgewinnung und –herstellung. Wir konnten Maschinen und Werkzeuge besichtigen und befuhren mit dem Floß den 100 x 300 m großen „Salzsee“. – Nach einem Einführungsvortrag und dem Begrüßungsabend begann am 21.5. in Salzburg (wo wir uns für 4 Tage im Novotel einquartiert hatten) ein umfangreiches Programm mit der Plenarveranstaltung.

Wir als mehr touristisch eingestellte Teilnehmer verzichteten darauf und bevorzugten eine Busfahrt durch das Salzkammergut (u.a. mit einer schönen Dampferfahrt auf dem Wolfgangsee und einem Essen im „Weißen Rössel“). Den abendlichen Empfang mit einem Kammerkonzert in der großen Aula der Salzburger Residenz auf Einladung des Salzburger Landeshauptmanns und des Bürgermeisters ließen wir uns aber nicht nehmen (Werke von Vivaldi und Mozart).

Nach der Mitgliederversammlung am 21.5. stand eine Fahrt nach Hellabrunn auf dem Programm. Die Rückfahrt machten wir über die Bayerische Eisenstraße in der Oberpfalz (Regensburg – Pegnitz) und sahen uns Auerbach (u.a. mit Grube Leonie), Sulzbach – Rosenberg (Maxhütte), Amberg (Luitpoldhütte) und Theuern (Museum im Hammerherrenhaus) an. Die Rückreise war lang und anstrengend.