Hauptversammlung der GDMB in Clausthal – Zellerfeld: „Rohstoffe mit Zukunft – Zukunft mit Rohstoffen“

Reisezeitraum
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20000618
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20000620

In diesem Jahr war die GDMB „zu Hause“, befindet sich doch der Sitz dieser Vereinigung in der traditionsreichen Harzer Bergbaustadt. Ich quartierte mich nach Anfahrt mit dem eigenen Wagen im Hotel „Kleiner Prinz“ im Ortsteil Zellerfeld ein, das ich schon im vergangenen Jahr vor der Fahrt nach Krakau kennen und schätzen gelernt hatte. Zur Eingrenzung der Kosten und zwecks Geselligkeit nahm ich mit Herrn Dr. v. Plessen ein gemeinsames Doppelzimmer.

Nachdem ich zur Bergparade und zum Begrüßungsabend noch nicht dabei war, begann die Plenarveranstaltung in der Aula der TU Clausthal am 19.6. um 9.00 Uhr mit interessanten Vorträgen: Prof. Dr.-Ing. Friedrich Wilhelm Wellmer (Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe) zum Thema „Rohstofftrends am Beginn des 3. Jahrtausends“), Dr. Manfred Lennings (Multi – Aufsichtsrat) zum Thema: „Zwischen Bergbau und Wissensproduktion – Rohstoffe im Wandel der Zeit“, Dr.-Ing Werner Marnette Vorstands-vorsitzender der Norddeutschen Affinerie) zum Thema: „Metalle – Werkstoffe des modernen Lebens“, Prof. Dr.-Ing. Dieter Ameling (Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Vositzender VDEh) zum Thema „Stahl – eine Werkstoffindustrie im Wandel“. Auch am Nachmittag wurde das Vortragsprogramm fortgesetzt: Prof. Dr. Gunter Zimmermeyer (Geschäftsführer Verband der Automobilindustrie) zum Thema „Auto der Zukunft – Zukunft des Autos“, Dr. rer. nat. Jürgen W. Stadelhofer (Vorsitzender des Vorstandes der RAG Coal International) zum Thema „Der internationale Markt für Kohle – gestern, heute und morgen“, Norbert Brodersen (Sprecher des Vorstandes der KM Europa Metal AG) zum Thema „Kupfer – ein klassischer Werkstoff mit Wachstumspotential“, Dr. Helmut Burmester (Vorsitzender des Vorstandes der VAW Aluminium AG). „Aluminium – Herausforderungen und Perspektiven“ sowie Prof. Dr.-Ing. Peter Dietz (Rektor der TU Clausthal) zum Thema „Zukunftsorientierte Ingenieursausbildung“. Ein Höhepunkt war dann das Festbankett am Abend in der Kaiserpfalz in Goslar mit Verleihung der Agricola – Medaille und Grußworten von politische rund Montanprominenz. Auf dem Campus der TU fand dann am Folgetag eine große Anzahl von Fachvorträgen statt, wobei ich mich (natürlich) wieder für die montanhistorische Serie entschied, die von Herrn Prof. Dr.-Ing. Heinz – Walter Wild (dem Vorsitzenden des GDMB – Geschichtsausschusses) moderiert wurde. Die Vorträge: Dr. Hans – Jürgen Gerhardt: „Projekte zur Geschichte des Berg- und Hüttenwesens im Harz – Bericht über aktuelle Forschungsschwerpunkte, Dr. Christoph Bartels: „Neue Erkenntnisse der Forschung zum mittelalterlichen Montanwesen des Harzraumes“, Dipl.-Ing. Wilhelm Marbach: „Aspekte zur Vermittlung der Montangeschichte im Oberharz“, Prof. Dr.-Ing. H.-W. Wild: „Die Bedeutung Henning Calvörs für die Montangeschichte“, Dr. Friedrich Balck: „Thurm Rosenhof – Die Vergangenheit wird lebendig“.

Nach dieser geballten Ladung nutzten Herr Dr. v. Plessen und ich den Nachmittag zu einem Bummel durch die Bergstadt, um die bisher noch nicht besichtigten Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen (u.a. das Oberharzer Bergwerksmuseum). Leider musste Dr. v.P. danach krankheitsbedingt leider nach Hause zurück reisen, so dass ich das weitere Programm solo wahrnahm. Dazu gehörte ein äußerst stimmungsvoller Abend bei Bier und Gegrilltem auf dem Gelände des altehrwürdigen Hauses des Corps Montania, wo ich bei schönem Wetter und angenehmer Gesellschaft viele nette Gespräche führen konnte. Dies war gleichzeitig der Abschiedsabend.

Die Auswahl der Fachexkursionen am 20.6. war wieder sehr schwierig, da eigentlich alle Angebote sehr interessant waren. Ich fand mich um 10.00 Uhr morgens bei der Harz – Metall GmbH in Oker ein, wo eine kleine Gruppe von 6 Personen von Dipl.-Ing. Markwart begrüßt und in den Betrieb eingeführt wurde. Oker ist ein sehr traditionsreicher Standort (in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als „Frau Marienhütte“ gegründet). Nach der Einstellung des Blei- und Zinkförderung stellte die zur Preussag AG gehörende Hütte 1970 von Primärerzverhüttung auf Recycling um. Die Harz Metall GmbH als Tochtergesellschaft der Metaleurop S.A. mit ihren 140 Mitarbeitern gehört heute zu den führenden Unternehmen für die Akkuschrottaufbereitung. Das sehr große Betriebsgelände wird heute nur noch teilweise genutzt, es gibt erhebliche Umweltprobleme wegen der Kontaminierung des Bodens durch den jahrhundertelangen Betrieb der Bleihütte. Die Veranstaltung schloss mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Betriebkantine.

Nach einem abendlichen Besichtigungsbummel durch Clausthal und Zellerfeld startete ich am nächsten Morgen von dort aus mit dem Ziel Sondershausen, wo ich (als Referent) eine Einladung zum 2. kalihistorischen Symposium erhalten hatte. Bei der Harzquerung konnte ich Muße walten lassen und machte u.a. noch einmal in der schönen Stadt Stolberg Halt.