Die Kaliindustrie war im Rahmen der Exkursionen des GDMB – Geschichtsausschusses bislang nicht berücksichtigt worden, so dass für die Mehrzahl der 80 Teilnehmer dieses Fachgebiet echtes Neuland darstellte. Als Standort der 412. Tagung wurde Bad Helmstedt mit seinem schön gelegenen Hotel „Quellenhof“ gewählt.
Für die Organisation war es Herrn Prof. Wild gelungen, mit den Herren Ltd. Bergdirektor Dipl.-Ing. Peter Klamser (Leiter des Bergamtes Staßfurt) und Dr.-Ing. Klaus Ebel (Leiter des atomaren Endlagers Morsleben) ausgewiesene Fachleute zu finden. Den Exkursionen gingen auch hier eine Reihe von Vorträgen voraus, die in das Thema einführten. Nachdem Herr Klamser sein großes Bergrevier vorgestellt hatte, folgten Fachvorträge zu folgenden Themen: „Geologische Voraussetzungen für den Kali- und Steinsalzbergbau in Sachsen – Anhalt unter besonderer Berücksichtigung der Subherzynen Becken“ (Dipl.-Ing. Olaf Hartmann), „Staßfurt, die Wiege des Kalibergbaus – Zur Geschichte der Kalisalzgewinnung im Staßfurter Raum“ (Dr. Friedrich Fulda und Dr. Henry Rauche), „Ersaufungs- und Flutungsszenarien von Salzbergwerken – dargestellt an Beispielen“ (Dr. Arnold Schwand), „Überwachung bergschadengefährdeter Gebiete“ (Dr. Axel Stäubert), „Die KALAG im Salzbergwerk Neu – Staßfurt – letzte Entwicklungsstätte der Flugstrahlwerke BMW 003 und BMW 018 in Deutschland“ (Dipl.-Ing. Rainer Göbel).
Die Exkursion zu den Stätten des Bergbaus im oberen Allertal führte uns nach Beendorf zum Schacht Marie (Burbach, 1897/98 geteuft; hier sind Maschinenhaus, Fördergerüst und Schachthalle noch erhalten. Die Anlage wurde befahren (mit „Buttern“ untertage in der Frühstücksbucht). Am Abend war ich dann wieder einmal dran mit dem Dia – Vortrag: „Geschichte des deutschen Kalibergbaus im Spiegel seiner historischen Finanzdokumente“.
Die Kaliindustrie als der jüngste (und noch weitgehend aktive) deutsche Bergbauzweig bietet natürlich dem Sammler ein besonders reichhaltiges Betätigungsgebiet, da neben Aktien, Kuxen und Anleihen renommierter Unternehmen auch spekulative bis dubiose Gründungen in der Hochzeit des Kalibooms um die Jahrhundertwende gezeigt werden können, deren Urkunden auch heute noch relativ oft auftauchen. Der für die GDMB – Tagung in Helmstedt ausgearbeitete Vortrag bot später die Grundlage für einen weiteren Vortrag zu diesem Thema im Sommer 2000 auf dem 2. kalihistorischen Symposium in Sondershausen und anlässlich eines Sammlertages des Hanseatischen Sammlerkontors GmbH im Spätsommer 2003.
Eine weitere Tagesexkursion führte uns in die Stadt Staßfurt, die noch heute durch Erdabsenkungen deutliche Spuren früherer bergbaulicher Tätigkeit aufweist. An die beiden ersten abgeteuften Kalischächte von der Heydt und Manteuffel (1851/52) erinnern heute nur noch Gedenkstätten. Auf der Tagung wurde der langjährige Geschäftsführer der GDMB, Herr Dipl.-Ing. Herbert Aly, zu seinem 70. Geburtstag beglückwünscht. Bereits im Jahre 1993 hatte er die Führung der Vereinigung an seinen Schwiegersohn Dipl.-Ing. Detlev Dornbusch, abgegeben, der 1998 bereits das sechste Mal für die Tagung des Geschichtsausschusses Verantwortung trug.