Lüttich/Liège (Belgien) „Die Wallonie und Luxemburg – Tradition in Eisen und Stahl“

Reisezeitraum
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19971023
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19971026

Auf meine erste Reise mit dem Geschichtsausschuss des VDEh konnte ich wirklich gespannt sein, kannte ich doch weder die Art der dort praktizierten Durchführung noch die allermeisten der Teilnehmer an den Exkursionen. Die Erwartung, dass man dort ähnlich agieren würde wie die mir bereits vertraute GDMB, erfüllte sich indessen. Der Geschichtsausschuss der VDEh besitzt mit Dipl.-Ing. Friedrich Toussaint (Vorsitzender) und Dipl.-Ing. Manfred Toncourt (Geschäftsführer) über zwei Profis, die sich langjährig mit der Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie befassen, mehrsprachig sind und vor allem international über exzellente Verbindungen verfügen. Dies wurde auch auf dieser Veranstaltung klar erkennbar.

Die Anfahrt zu unserem Tagungsstandort Lüttich (Liège) gestaltete sich für mich ziemlich problemlos. In Köln musste ich lediglich einmal umsteigen. Vom Lütticher Bahnhof Guillemins bedurfte es nur einer Taxifahrt, um unser Hotel Bedford am Ufer der Maas zu erreichen. Insgesamt 49 Teilnehmer trafen sich dort. Das Programm begann mit der Besichtigung der Einrichtungen des Centre de Recherches Métallurgiques (CRM), durch deren Kooperation diese Exkursion ermöglicht wurde. Deren Generaldirektor, Dr. Nilles, begrüßte die Teilnehmer und stellte Aufgaben, Organisation und Finanzierung dieses Gemeinschaftsforschungsinstituts der Benelux – Länder vor. Daran schloss sich die Besichtigung der Labors und Versuchseinrichtungen in Val-Benoit und Sart – Tilman an. Der Abend stand im Zeichen der im Rahmen der Exkursionen durchgeführten Vollsitzung des Geschichtsausschusses. Während des Abendessens hörten wir einen Vortrag von Mme Gilson zur „Geschichte des Fürstentums Lüttich“. Am 24.10. brachte uns der Bus nach Seraing in das Chateau John Cockerill. Dort wurden wir mit einem Vortrag von Mme Pasleau in die „Geschichte des Lütticher Eisenhüttenbeckens“ eingeführt. Darauf folgte eine Videopräsentation der Cockerill – Sambre S.A. und eine Besichtigung des Schlosses. Einen Einblick in die moderne Produktion dieses belgischen Stahlerzeugers bot die sich anschließende Besichtigung einer Bandverzinkung in Ivoz – Ramet. Das dichte Programm dieses Tages schloss auch noch den Besuch zweier Museen ein: „Haus der Metallurgie und Industrie von Lüttich“ und das Waffenmuseum. Am Abend stand noch ein Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Troitzsch zum Thema: „Technisches Wissen, praktisches Können und Kapital – der Einfluss Belgiens auf die Entwicklung der westdeutschen eisenschaffenden und verarbeitenden Industrie im 19. Jahrhundert“.

Der Folgetag (25.10.) stand im Zeichen einer Exkursion (Busfahrt durch die Ardennen) nach Differdingen (Differdange) in Luxemburg. Nach einem einführenden Vortrag über die hochinteressante Geschichte der ARBED S.A. (Aciéries Réunies de Burbach – Eich – Dudelange), gehalten von Herrn Prof. Dr. Jacques Maas vom Industriearchiv in Luxemburg. Dem Vortrag folgte eine Besichtigung des Werkes Differdingen der ProfilARBED S.A. mit Elektrostahlwerk, Stranggießanlage und Profilwalzwerk. Nach dem Mittagessen folgte dann noch der Hochofen Saint – Michel in Saint – Hubert. Die Exkursion schloss mit einem Abendessen und geselligem Zusammensein im Hotel Bedford.