Die 40. Tagung führte uns in den Südschwarzwald, wo wir für rd. 75 Teilnehmer den Ort Schönau als Standort gewählt hatten. Meine Frau und ich reisten mit dem Zug nach Freiburg, von wo uns der Bus in einer beeindruckenden Fahrt durch den südlichen Schwarzwald an den Tagungsort brachte. Für die Hauptarbeit im organisatorischen Bereich zeichnete wiederum (wie im Nordschwarzwald) Bergrat Volker Dennert vom Oberbergamt Freiburg verantwortlich. Wie immer wurden wir am Begrüßungsabend (der im neu errichteten Feuerwehrhaus stattfand) in unsere Tagungsregion geboten. Dies wurde von Herrn Dr. Albrecht Schlageter besorgt. Um 1200 wurden am Lötzberg in unmittelbarer Nähe Schönaus silberhaltige Blei- und Zinkerzgänge entdeckt. Danach breitete sich der Bergbau von Schönau ausgehend in das obere Wiesental aus. Um 1270 wurden die ergiebigen Erzgänge nördlich von Todtnau entdeckt. 1321 übernahm Österreich die Vogtei über dieses Gebiet und 1398 über den gesamten südlichen Schwarzwald.
Das Vortragsprogramm wurde am 17.10. wurde wiederum von Herrn Dr. Albrecht Schlageter mit dem Thema „Bergbau im Wiesental und seine Verbindungen zu den Nachbarregionen“ eröffnet. 1305 besass die junge Bergstadt Schönau einen eigenen Bergvogt., um 1350 waren 22 Hüttenwerke und Erzmühlen in Betrieb. Die Bergbautätigkeit in den folgenden Jahrhunderten stand im Zeichen der österreichischen Herrschaft. Im 16. Jahrhundert ging die Förderung wegen sinkender Metallgehalte der Erze und Problemen bei der Wasserlösung erheblich zurück.1565 wurde der Bergbau eingestellt und ruhte bis in das 18. Jahrhundert. Im Südschwarzwald hat es immer wieder Versuche gegeben, den Bergbau neu zu beleben (zuletzt unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg. – Bergrat Volker Dennert sprach dann über den „Bergbau im Sulzburger Tal“. Dieser wurde 1028 in einer Urkunde bergrechtlichen Inhaltes von Kaiser Konrad II erstmals erwähnt. Die Blütezeiten des Sulzburger Bergbaus lagen im 11. – 13. und im 16. Jahrhundert. Eine Wiederbelebung im 18. Jahrhundert brachte nicht die gewünschten Erfolge, Ende dieses Jahrhundert erfolgte die endgültige Einstellung. – Prof. Dr. Pierre Fluck gab einen Überblick zum „Bergbau im Elsass“, der zunächst auf einer Karte mit 630 Halden präsentiert wurde. Geschildert wurden die Aktivitäten auf der lothringischen Seite der Vogesen zwischen Markirch und Leberau auf dem linken Ufer des Leberbaches, dann der Altenberg südöstlich von Markirch und um das Dorf Fortelbach. Dazu kamen noch zwei kleinere Reviere. dann folgte Dr. W. Kramer mit dem Thema „Salzpeter und Salpeterer“. Dies war eine recht kuriose Geschichte: Unter „Salpeterern“ verstand man diejenigen Personen, die Fäkalien auf den Bauernhöfen einsammelten, um daraus nach Umwandlung in Kaliumnitrat Schiesspulver herzustellen.
Frau Dr. Angelika Westermann war leider verhindert; ihr Manuskript zum Thema „Das Bergrecht in Vorderösterreich“ wurde verlesen. Dieser Einblick in altes Bergrecht war recht informativ. – Die Besichtigungen umfassten eine Exkursion zu den alten Stätten des Bergbaus um Schönau (Stollenmundlöcher), das Besucherbergwerk Finstergrund in Wieden (Flußspat), die Bergstadt Sulzburg mit ihrem Bergbaumuseum und den ehemaligen Kalistandort Buggingen mit einem kleinen Museum. Über den Rhein ging es dann in das Elsass, wo wir Ensisheim mit seinem bergbauorientierten Museum besuchten. Schlussendlich ging es nach Giromagny, dem Zentrum eines ehemals bedeutenden Bergreviers mit seinem Museum (Schwerpunkt: Bergbau in den Vogesen). Einen Vortrag habe ich auf dieser Reise nicht gehalten, da es an entsprechenden Finanzdokumenten aus dieser Region fehlte (dieser Zustand hat sich mittlerweile bereits geändert).