Weimar und Thüringen

Reisezeitraum
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19960905
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19960908

Das Programm der VFKK für diese Veranstaltung war so attraktiv, dass sich sogar meine Frau entschlossen hatte, daran teilzunehmen. Im Hinblick auf den Umstand, dass die Gesellschaft ihren Bus in Bochum einsetzte, zogen wir die Fahrt mit dem eigenen Auto nach Weimar vor. Wie bei der VFKK üblich, war die Zahl der Teilnehmer mit mehr als 150 wiederum sehr hoch.

Am 5.9. nachmittags beteiligten wir uns an der großen Stadtführung in Weimar, die ja in kultureller Hinsicht so viel zu bieten hat (Wohn- und Gartenhaus Goethes, die Häuser von Schiller und Liszt, das Theater mit dem Denkmal beider Dichter etc.). Dem Sektempfang im Hotel Hilton – Belvedere schloss sich die Mitgliederversammlung an. Danach hielt Herr Prof. Dr. Walter Steiner (Direktor des Stadtmuseums Weimar) seinen hochinteressanten Vortrag zum Wirken Johann Wolfgang von Goethes als Sachsen – Weimarer Bergwerksminister.

Der 6.9. stand im Zeichen einer Exkursion in dasjenige Gebiet, in dem die Bergbautätigkeit Goethes stattgefunden hatte, nämlich in Ilmenau. Bekanntlich war seine Tätigkeit in diesem Job einer der wenigen Misserfolge in seiner ruhmreichen Karriere. Von den ehemaligen Bergwerks-anlagen ist indessen nicht mehr viel erhalten; vielmehr war dabei viel Phantasie (und das Studium einschlägiger Literatur, der ich mich unterzogen habe) vonnöten. Indessen hat die schön gelegene Stadt auch mehr als die Erinnerung an Deutschlands größten Dichter zu bieten, wie wir uns auf einer ausgedehnten Führung überzeugen konnten. Im Amtshaus konnte man immerhin einige Informationen zum Silberbergbau in Ilmenau erhalten. Nach einem guten Mittagessen ging es weiter nach Arnstadt, wo wir uns dem Schaffen eines anderen deutschen Genies, nämlich Johann Sebastian Bach, widmen konnten (er wirkte dort von 1703 – 1707). So konnten wir an einem Orgelkonzert in der Arnstädter Bachkirche teilnehmen (Kirchenmusikdirektor Preller). Am Abend fand ein festliches Abendessen auf der Burg Wachsenburg (eine der „drei Gleichen“) statt, die wir zuvor besichtigen konnten.

Am folgenden Tag fand eine weitere Exkursion statt, die uns zunächst nach Bad Kösen mit der imposanten Salinenanlage führte. Von dort aus unternahmen wir eine Schiffsfahrt auf der Saale mit der Endstation Rudelsburg („An der Saale hellem Strande, stehen Burgen stolz und kühn…“), die im 19. Jahrhundert ein bekannter Treffpunkt der Studenten aus Jena, Leipzig und Halle wurde. Dort konnten wir in der Gaststätte zu Mittag essen. Danach ging es weiter nach Naumburg, wo im Rahmen der Stadtführung natürlich der Dom mit den berühmten Stifterfiguren im Vordergrund stand. Letzte Station war dann die Neuenburg bei Freyburg an der Unstrut, der bekannten Wein- und Sektstadt (Rotkäppchen). Das dort in der „Alten Remise“angerichtete Festessen nach mittelalterlicher Art (mit entsprechender Musikbegleitung) stellte eine echte Gaudi dar. Über diese Exkursion steht ein ausführliches Begleitbuch zur Verfügung, das der Direktor des Deutschen Bergbaumuseums, Prof. Dr. Rainer Slotta, verfasst hat. Auf der Rückfahrt wollten meine Frau und ich noch etwas mehr erleben. Nachdem am Kyffhäuserdenkmal kein einziger Parkplatz zur Verfügung stand, entschieden wir uns für Bad Frankenhausen, wo wir uns das Monumentalbild von Werner Tübke über den Bauernkrieg ansahen (1987 vollendet).

An einer Reise des Vereins deutscher Giessereifachleute (VDG) –Fachausschuss Geschichte- habe ich erstmals 2003 als Gast teilgenommen. Herr Dipl.-Ing. F.-J. Schetter gehört auch dem VDEh an und ist mir von dessen Reisen gut bekannt. Nachdem ich die erste Einladung im Jahre 2002 nach Bocholt wegen anderer Termine noch ausschlagen musste, reizte mich das 2003 absolvierte Programm so sehr, dass ich nicht mehr nein sagen konnte.